Mikwe
Hinter der Stadtmauer 23
34346 Hann. Münden
Künstler: Dietmar Bonnen, Peter Hölscher,
Federico Enrique Rotstein

Mikwe

1796 erwirbt die jüdische Gemeinde Mündens das Anfang des 17. Jh. erbaute Fachwerkhaus. Ebenfalls urkundlich belegt ist die zeitgleiche Einrichtung einer Jüdischen Schule. 1973 wurde bei Ausschachtungsarbeiten im Haus Hinter der Stadtmauer 23 ein tonnengewölbter Kellerraum freigelegt. In diesem Zusammenhang stieß man auf weitere Baureste. Bei dieser Grabung entdeckte man auch ein Bad für rituelle Waschungen, dessen Entstehung gleichfalls für das Ende des 18. Jahrhundert vermutet wird. Das Tauchbad, das auch die weiblichen Gemeindemitglieder nutzten, darf nur von „lebendigem“ Wasser, das nicht von Menschen geschöpft worden ist, gespeist werden. So werden „Mikwe“, (Wasser-) Ansammlungen, ausschließlich in der Nähe von Flüssen, Quellen, Brunnen oder hoch anstehendem Grundwasser errichtet.

Der Zugang zu diesem Bad erfolgt über eine Steintreppe, die aus der Eingangshalle des Hauses Hinter der Stadtmauer 23 in den tonnengewölbten Raum hinab führt. Von diesem aus gelangt man über behauene Sandsteinstufen in das eigentliche, von Eichenbohlen eingerahmte Tauchbad, in dem sich das Grundwasser sammelte.

Die sich ursprünglich im hinteren Teil der Parzelle anschließende Synagoge wurde in den 1970er Jahren leider vollständig abgerissen, so dass heute keinerlei Spuren auf diesen baulichen Zusammenhang hinweisen.

  • Mikwe
  • Tonnengewölbe
  • Tauchbad
Thumbnail panels:
Now Loading